Transkript
Wie lässt sich die Förderung von Menschen mit dem Wachsen von Pflanzen vergleichen?
Wir sprechen bei Karl Anders von einem sozialen Gewächshaus.
Unser Organismus, unsere Firma, unsere Kultur entspricht in vielen Perspektiven dem, was man unter einem Gewächshaus verstehen kann.
Wir sagen eben soziales Gewächshaus.Wir wollen die klimatischen Bedingungen schaffen, dass Menschen bestmöglich wachsen können, dass sie sich entfalten können, dass wir die Bedingungen schaffen für alle, dass sie sich wohlfühlen, dass das Leben auch außerhalb der Agentur Platz hat innerhalb dieses Gewächshauses, dass man Rücksicht nehmen kann auf persönliche Befindlichkeiten und letztlich wir einfach diesen Rahmen so zur Verfügung stellen können, dass Wachstum möglich ist, sowohl für die Individuen als auch für das Unternehmen.
Du hast darüber gesprochen: Was braucht ein Mensch, sich sicher zu fühlen?
Wie würdest du das mit dieser Thematik verbinden?
Ja, ich glaube, fest daran, dass es darum geht, sich um die Menschen zu kümmern, dass man ein aufrichtiges Interesse haben muss an den Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, dass man herausfinden muss, was die Menschen brauchen, um sich sicher und frei zu fühlen.
Wir haben bei uns ein System geschaffen, was sich zwischen Verantwortung und Freiheit bewegt.
Alle, die mit uns arbeiten, sind sehr autark in der Gestaltung ihres Arbeitsalltags.
Das bringt zum einen das interdisziplinäre Arbeiten mit sich.
Man entscheidet also, wann man wie sich welcher Aufgabe stellt.
Und auf der anderen Seite, das, was ich eben schon gesagt habe, auch das Leben,was außerhalb der Agentur stattfindet, braucht natürlich Platz auch im Arbeitsalltag. Das ist uns allen bewusst.
Wir sind ja nicht nur Designer, Texter oder Strategen.
Wir sind Brüder, Kinder, Väter, Mütter, Schwestern.
Und all das muss Platz haben in so einem Organismus, der von uns ja als soziales Gewächshaus bezeichnet wird.
Und ich glaube, diese Orientierung und diese Nähe zu den Menschen ist total wichtig.
Die ist bei uns auf jeden Fall stark ausgeprägt und wir haben ein fürsorgliches Interesse an den Menschen, die mit uns arbeiten.
Und das ist eben in diesem System, dass wir die besten möglichen Rahmenbedingungen schaffen können.
Wie seid ihr umgegangen mit Erfahrungen, die ihr davor in anderen großen Unternehmen gemacht habt?
Wir haben versucht – und ich denke, das ist uns auch ganz gut gelungen –, das, was wir mitnehmen konnten, was wir gut fanden, weiterzuentwickeln und auf unsere Bedürfnisse anzupassen und so zu bauen, dass es zu uns passt.
Und das, was auch dazu geführt hat, dass wir diese Unternehmen verlassen haben, in denen wir gearbeitet haben, was eben nicht so, was aus unserer Sicht nicht so zugänglich war für uns und für unsere Persönlichkeit und aus unserer Sicht eben auch für unser Spielsystem und für unsere Philosophie von Contemporary Branding einfach nicht passte,das haben wir hinter uns gelassen.
Also insbesondere Strukturen,das Gefüge von Macht, was in größeren Unternehmen, insbesondere auch auf Agenturebene stark ausgeprägt ist,das ist ein sehr hierarchisches System.
Das ist wie so eine Pyramide im Grunde genommen oder so ein Tannenbaumsystem,kann man sich das vorstellen.
Das hat halt für uns nie funktioniert.Wir wollen eigentlich Top-Bottom und Bottom-Top machen und innerhalb dieser Boundaries sollen sich alle frei bewegen können.
